Sven Rixen

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Facebook: teures neues Feature

Die “Kreise” in Google + sind das Merkmal mit dem sich Google + von Facebook abhebt und dem Benutzer zugleich mehr Kontrolle darüber gibt, wer welche Informationen sehen kann.

Die Antwort von Facebook hat recht lange auf sich warten lassen – und nachdem die Videochat Funktion eher ein Flop war, folgen nun “automatische Listen” (Stern.de). Während der Benutzer bei Google + selber festlegen muss (besser: kann), wer in welchen Kreis kommt und damit wer welche Informationen sehen kann, nimmt Facebook dem Benutzer diese “lästige” Aufgabe ab und erstellt die Listen einfach selbst – auf Basis der persönlichen Informationen der Benutzer.

Der Preis für diesen Service ist hoch – die Benuzter müssen noch mehr persönliche Daten eingeben als bisher und diese natürlich kontinuierlich aktuell halten.

Aber unabhängig davon – wer möchte schon das Facebook einem sagt wer in welchen Freundeskreis gehört? Die dafür wirklich wichtigen Informationen erhält FB ohnehin nicht, denn nur weil man vor Jahrzehnten mal die gleiche Grundschule besucht hat und heute vielleicht in der gleichen Stadt lebt, muss man nicht eng befreundet sein.

Ich persönlich halte die Idee für einen weiteren Versuch wertvolle Benutzerdaten billig zu erschleichen und halte es da eher mit dem alten Archimedes – “Störe meine Kreise nicht.”. Aber auch von diesen pflege ich nur wenige – denn auch Google geht vieles nichts an – es sind eben meine Kreise.

Mehr Datenschutz mit 2 Klicks

Auf heise online gibt es seit einiger Zeit eine neue Version des bekannten Facebook Like Buttons zu sehen. Im Gegensatz zu den bisher weit verbreiteten Buttons muss der Benutzer hier den Button (im Anfangszustand ausgegraut) erst durch einen kleinen Schieberegler neben dem Button aktivieren, bevor der den Button anklicken kann (heise).

Der Grund für diese Veränderung liegt in der Tatsache, dass bei jedem Klick auf einen Like Button Daten des Benutzers der den Button angeklickt hat, an FB gesendet werden. Auf von Personen die kein eigenes FB Profil haben, kann FB so relativ genau Profile erstellen.

Diese Probleme sind nicht neu. So hat bereits im August der Datenschutzbeauftragte des Landes Schlweswig-Holstein die dortigen Seitenbetreiber aufgefordert die Like Buttons zu entfernen, da diese personenbezogene Daten ohne explizites Einverständnis des Benutzers in die USA übermitteln können. Einige Städte und Gemeinden haben aus Gründen des Datenschutzes bereits ihre bisherigen FB Profile aufgelöst (heise).

Zeitgleich berichtet die Polizei Hannover von Fahndungserfolgen durch die Suche nach Hinweisen aus der Bevölkerung über ihre FB Seite (heise).

Fazit: FB kann neben den persönlichen Vorlieben durchaus einen Nutzen bringen, ist aber unbedingt mit Vorsicht zu genießen. Die heise Idee für den neuen Like Button finde ich hervorragend und werde ihn in vielen Seiten einbauen.

Piraten nicht hochseetauglich

Die Piratenpartei scheint schlicht nicht hochseetauglich zu sein. So viel Know How die Partei auf dem Gebiet der Netzpolitk auch zu bieten haben mag- so schwach ist sie in allen anderen Themen und das scheinbar dauerhaft.

In ihrer bisherigen Hochphase 2009 blamierte sich die Partei mit einem Interview in einer rechten Zeitung bzw. mit ihrer angeblichen Unkenntnis darüber wem man da ein Interview gegeben habe (Spiegel Online).

Zwei Jahre später, im Berliner Wahlsommer 2011 ist es nicht wirklich besser geworden. Die Konzepte der Partei, sofern man das so nennen kann, sind außerhalb der Netzpolitik quasi nicht vorhanden und eine Vorbereitung auf ein Interview scheint man immer noch für unnötig zu halten wie das folgende Video bei YouTube nahe legt (http://www.youtube.com/watch?v=q-cDewZk7wo).

Da bleibt mir nur zu sagen: Liebe Piraten – das Internet ist sehr wichtig – aber es gibt auch noch eine Welt außerhalb des Netzes und vielleicht solltet ihr dieses mal dazu benutzen um Euch über diese andere Welt zu informieren – spätestens bevor ihr wieder ein Interview gebt. Mit so großen Wissenslücken geht jedes (Piraten)Schiff zwangsläufig unter.

 

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